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musik aktuell – neue musik in nö 2012 Ausschreibung
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formblatt einreichung 2012
Sehr geehrte Komponistin, sehr geehrter Komponist!
Sehr geehrte Interpretin, sehr geehrter Interpret!
Sehr geehrte Veranstalterin, sehr geehrter Veranstalter!
Musik aktuell – neue musik in nö ist eine Förderschiene des Landes NÖ um Musik unserer Zeit noch besser regional zu platzieren. Der Verein Musikfabrik NÖ setzt diese Initiative um.
Wir laden Sie herzlich ein, sich bei musik aktuell - neue musik in nö 2012 zu beteiligen.
Dazu bitten wir Sie um eine Projekteinreichung (Konzert, Vermittlungsprojekt, Workshop…) zu folgendem Thema:
verwurzelt.entwurzelt
Volksmusik: Nahrung oder Gift für die Kunstmusik?
„Artist in residence“ 2012 ist der Komponist, Pianist und Musikvermittler Oskar Aichinger.
Die Einreichung senden Sie bitte per Post bis spätestens 1. Juli 2011 an die
Musikfabrik NÖ
Wilhelmstraße 29
3430 Tulln
Oskar Aichinger wird aus den Einreichungen eine Auswahl treffen.
Diese wird dem künstlerischen Beirat von musik aktuell vorgelegt.
Dann werden die ausgewählten Projekte Veranstaltern in Niederösterreich angeboten. Diese haben bis Ende Oktober Zeit, ihr Interesse zu bekunden.
So kann bis zum Jahreswechsel das Programm musik aktuell 2012 fertig sein und etwa im März starten.
Die Musikfabrik unterstützt als Koproduzent Veranstalter aus Mitteln des NÖ Kulturbudgets durch:
- Herstellung und Versand eines Jahresprogrammes, Plakaten und Einladungen
- Pressearbeit
- Klaviermieten
- AKM
- Mitfinanzierung der Künstlerhonorare bis maximal 50% (inkl Ust. !)
Wir laden Sie herzlich ein, an der Verwirklichung von musik aktuell 2012 mitzuwirken !
MMag. Gottfried Zawichowski
Musikfabrik NÖ
Geschäftsführer
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verwurzelt.entwurzelt
Volksmusik: Nahrung oder Gift für die Kunstmusik?
Viele aus meiner Generation haben jenen peinlichen Moment erlebt, als die Reihe an uns kam, etwas typisch Österreichisches in einer geselligen Runde zum Besten zu geben. Was denn, bitte sehr, nach den lockeren Iren, Franzosen, Italienern, Griechen, Amerikanern mit ihren reizvollen Volksmusiken? Nichts wollte sich unseren trockenen Kehlen entringen, obwohl uns einiges eingefallen wäre, immerhin hatte das „Komm sing mit“ unseren Schulunterricht geprägt, hatten wir unser musikalisches Handwerk in Chören und Blaskapellen gelernt. Aber wir haben uns schämen müssen für unsere, damals so empfundene, bescheidene Volksmusik mit ihren primitiven Terzen und drei Akkorden. Später haben wir Geschichte begriffen, nicht nur auswendig gelernt, da wussten wir auf einmal, was uns den Hals zuschnürte.
Frei nach Th.W.Adorno: nach Auschwitz keine Volksmusik?
Dann kam die Volxmusik, Attwenger und der Goiserer, die Extremschrammler und Broadlahner, plötzlich war hip, was einmal peinlich war. Danke! Aber werden Schöpfer von Kunstmusik je wieder so tief und selbstverständlich in der Volksmusik wurzeln können wie Beethoven und Schubert, Mahler, Berg und all die Anderen? Oder ist in Zeiten der Globalisierung ohnehin Internationalisierung das Gebot der Stunde und Regionalismus pure Provinzialität und falsche Romantik?
Sie können diese Gedanken nachvollziehen und arbeiten an der Schnittstelle von Tradition und heutiger Musik? Sie wollten zu diesem Thema schon lange ein musikalisches Statement abgeben? Sie sehen sich in der Lage, einen Workshop bzw. ein Vermittlungsprogramm zu diesem Thema anzubieten?
Dann möchte ich Sie einladen, entsprechende Projekte einzureichen. Mir ist bewusst, dass gerade diese Thematik auch kontroversielle Positionen auf den Plan rufen kann, genau das ist aber durchaus intendiert, wie es die etwas provokante Formulierung „Nahrung oder Gift“ im Untertitel bereits andeutet. Kontraste fruchtbar zu machen, das ist schon immer ein wichtiger Antrieb für mich gewesen, so wünsche ich mir auch für musik aktuell 2012 ein großes und buntes Spektrum an Projekten.
Oskar Aichinger, artist in residence 2012
Geboren 1956, aufgewachsen in Attnang-Puchheim/OÖ. Montanistikstudium in Leoben, Musikstudium in Salzburg. 1984-86 Ballettkorrepetitor an der Wiener Staatsoper.
Seit 1990 vorwiegend als Pianist/Improvisator an der Schnittstelle Jazz/Neue Musik tätig. Versteht sich selbst als "performing composer". Als Komponist Auftragsarbeiten für das Klangforum Wien, Ensemble XX. Jahrhundert, Koehne-Quartett, sirene-Operntheater u.v.a., als Pianist und Bandleader Konzerte in ganz Europa, USA und Israel.
Zahlreiche CD-Veröffentlichungen, zuletzt "Cosmos Lutoslawski" (2008), die mit dem Pasticciopreis ausgezeichnet wird, und "Wean Jazz" (ORF 2009). 2008 Komponistenporträt von Ö1 und Jeunesse im Radiokulturhaus, 2009 Uraufführung der Kammeroper "Der entwendete Taler". Einige Arbeiten für das Wienerlied-Festival "Wean hean". Kompositionen für Tanztheater (Maja Slattery und Compagnie Smafu).
Seit 2004 Klavierpartner von Franz Koglmann. Zusammenarbeit mit Paul Skrepek, Achim Tang, Walter Malli, Hans Steiner, Max Nagl, Lorenz Raab, Martin Siewert, Burkhard Stangl Stefan Németh, Christof Dienz, Wolfgang Reisinger, Michael Moore, John Edwards, Derek Bailey u.v.m.
www.oskaraichinger.at
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